Abriss aus der Geschichte des Fußballs in Bestensee
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Die Anfänge des Fußballs in Bestensee gehen auf das Jahr 1913 zurück. Es war das Jahr, in welchem der VfB Leipzig (3:1 gegen Duisburger SV) schon zum 3. mal die Deutsche Fußballmeisterschaft gewinnen konnte. Ein Herr Hildebrandt brachte das Fußballspiel, für welches 1863 in England erstmals Regeln bestimmt wurden, in das damalige Großbesten.

In den Städten kannte man das Fußballspiel schon einige Jahre, in den meisten Dörfern war es jedoch noch nicht bekannt.

In Deutschland wurden Ende des 19.Jh. die ersten Fußballvereine und 1900 der Deutsche Fußball - Bund (DFB) gegründet.

Aufgrund des 1. Weltkrieges dauerte es allerdings noch bis zum 16.03.1919, bevor die Ortsabteilung Großbesten des SC Union Oberschöneweide in der Gaststätte Imperal gegründet wurde.Gründungsmitglieder waren damals die Sportkameraden (SK) O.Kraatz, W. Kalina, W. Schulz, (Tewes) und W. Gollmitz.

Die 1. Satzung wurde verabschiedet und ein Jahresbeitrag von 0,50 Pfennig erhoben.

Schon damals ging es nicht ohne Sponsoren, der 1. Fußball war eine Spende. Mit der Gründung der Ortsabteilung Großbesten begann die Fußballgeschichte in Bestensee. Für die damaligen Pioniere des Fußballsports in unserem Ort war es ein schwerer Anfang. Zu den ersten Aufgaben, die es zu realisieren galt, gehörte die Schaffung eines Fußballplatzes. Dazu wurde den Fußballern ein Geländestück am Ortsausgang in Richtung Königs Wusterhausen zur Verfügung gestellt. Mit Leidenschaft und Begeisterung gingen die damaligen Sportkameraden ans Werk und legten den Grundstein für das Weiterbestehen der Sportgemeinschaft. Das erste Fußballspiel auf dem neu angelegten Platz fand bereits im Gründungsjahr gegen den Ortsnachbarn Gussow statt und endete 0:19 für die Gäste. Eine Blamage, die lange Zeit nicht weggesteckt werden sollte! Doch entscheidend war nicht das Resultat, sondern die Tatsache, daß der Fußballsport in Bestensee Realität geworden war.

In der Folgezeit wurde je eine Senioren- (Männer-), Junioren- und Jugendmannschaft gebildet, die unter dem Namen SC Groß Besten am Wettkampfbetrieb des Deutschen Fßßballbundes teilnahmen.

In den 20er und 30er Jahren gab es zufriedenstellende sportliche Ergebnisse. Zum ersten Vorsitzenden wurde SK W. Gollmitz gewählt. Als Übungsleiter/Trainer fungierten in den Anfangszeiten A. Mose, O. Blattchek und H. Gollmitz.

Der Vorstand traf sich regelmäßig jeden 1. Freitag im Monat zu seinen Beratungen im damaligen Vereinslokal, die Gaststätte von G. Streichan, direkt am Bahnhof.

Während des Kapp - Putsches im März 1920 verlor der Verein die SK‘en Rettich und Fröhlich, die in Schenkendorf erschossen wurden.

Zum 07.01.1921 wurde die 1. Hauptversammlung des Vereins einberufen. Als Gast erschien ein Herr Ehret von Union Oberschöneweide. Da ein im Ort weilendes "Wanderkino" mehr Mitglieder fesselte, musste die angesetzte Hauptversammlung ausfallen. Bei der eine Woche später stattfindenden Hauptversammlung wurden die Sportkameraden F. Wende (Vorsitzender), O. Keschner, W. Schulz, A. Bengsch, A. Streichan, E. Thormann, G. Göbel in den neuen Vorstand gewählt.

Während der Zeit der Inflation und Geldentwertung wurde der Mitgliedsbeitrag von 0,50 Pfennig auf 20,00 Reichsmark angehoben.


Gruppenbild mit Damen: Nach ihrer 0:19 Niederlage gegen Gussow zeigten sich die Bestenseer nach ihrem ersten Spiel nicht von ihrer heiteren Seite.

Zu den Auswärtsspielen in den 20‘er Jahren wurde damals ein Kremser zur Verfügung gestellt. Es ging mit Musik und Gesang über Wiesen und Felder zum Gegner und zurück. Bereits damals wurde das gesellige Vereinsleben gepflegt.

In den Jahren 1928-1933 leitete der SK M. Hellmann als Vorsitzender den Verein.

Im Jahre 1933 wurde in Verbindung mit der Errichtung eines Strandbades dem Verein der neue Sportplatz am Todnitzsee übergeben.

Als 1933 der Deutsche Fußballbund liquidiert wurde, trat an seiner Stelle der Reichsbund für Leibesübungen. Die Bezeichnung „Vorsitzender“ wurde durch das Wort „Vereinsführer“ abgelöst und Sitzungen wurden als Kameradschaftsabende bezeichnet. Neuer Vereinsführer war in den Jahren 1933 -1942 Sportkamerad W. Eschler.

Für unseren Fußballverein wurden die Spiele gegen Gussower Mannschaften zur guten Tradition. 1935 gewannen wir erstmals den Gussow - Pokal, welcher 1969 nach mehrmaligen Siegen in den Besitz des Vereins überging.

1936/37 wurden wir Kreismeister und schafften erstmals den Aufstieg in die Bezirksklasse.

Infolge der am 01.07.1938 vorgenommenen Vereinigung von Großbesten und Kleinbesten zu einem Gemeindebezirk mit dem Namen Bestensee, wurde der Verein in SV Union Bestensee umbenannt.

Der Beginn des 2. Weltkrieges dezimierte die Männermannschaft, da einige Spieler zur Wehrmacht eingezogen wurden. Doch durch Neuzugänge konnte der Spielbetrieb zu Beginn des Krieges aufrechterhalten werden. Im April 1942 wurde das vorläufig letzte Spiel gegen den SV Wittenau ausgetragen.

Als es 1945/46 galt, in unserer Gemeinde den Fußballsport wieder auf die Beine zu bringen, war es der spätere Bürgermeister des Ortes Otto Mühle, unter dessen Leitung die Sportvereinigung Union 1919 Bestensee neu aufgebaut wurde. Die Wiederaufnahme des allgemeinen Spielbetriebes begann 1946 mit einer Mannschaft, zu der u.a. die Sportfreunde W. Hellmann, K. Purann, G. Gollmitz, K. Bading, O. Thom, H. Sperling, W. Hickstein, W. Ückermann, H. Czibulski, P. Zschörner, H. Purann und R. Kernbach gehörten.

Erst einmal wurden Freundschaftsspiele ausgetragen. Von den ersten 17 Spielen konnten 16 gewonnen werden.

1946 übernahm wieder W. Eschler den Vereinsvorsitz, als dessen Nachfolger wurde 1948 W. Tillack gewählt. Unter dem Vorsitz von W. Tillack wurden die Spieler Methner, Brand, Matthes, Lehmann, Franik, Müller, Budach, Rössner, Garske, Mosch, Hellmann, Piska, Hickstein und Örtel im Spieljahr 1953/54 Kreismeister und es gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse.

Neben dem Fußballverein Union Bestensee gab es im Ort noch weitere Sportvereine. Diese schlossen sich anfangs der 50‘er Jahre zu einer Sportgemeinschaft, bestehend aus den Sektionen Fußball, Handball, Turnen, Gymnastik, Tischtennis und Schach zusammen. In den gemeinsamen Vorstand wurden E. Miethchen, W. Schulz, W. Tillack, W. Seelmann, W. Hellmann, G. Schulz gewählt. Der Vorsitzende der Sektion Fußball blieb der Sportkamerad W. Tillack.


Kreismeister im Spieljahr 1953/54 SV Union Bestensee


Spielsaison 1952/53
hinten v.l.n.r.: Zander, Schäffer, Ückermann, Bachstein, Rösener
Mitte v.l.n.r.: Ebel, Methner, Meier
vorne v.l.n.r.: Schulze, Czibulski, Piska



Spielsaison 1953/54
hinten v.l.n.r.: Tillack, Baum, Mattes, O. Budach, Brand, Lehmann, Rösner, Hickstein, Franick, B. Garske, A. Heinze, R. Heinze
vorne v.l.n.r.: Mosch, Müller, Methner, "Moppel", Hellmann


Die Gemeinschaft hatte durch den Zusammenschluß der Vereine 270 Mitglieder und wurde damals durch die Gemeinde jährlich mit 1200,- Mark unterstützt.

1956 wurde als neuer Vorstandsvorsitzender der Sportgemeinschaft W. Seelmann von der Sektion Fußball gewählt.

Aus den unterschiedlichsten Gründen lösten sich die einzelnen Sektionen 1958 wieder auf.

Auch für die Fußballer war das Jahr 1958 mit einem Rückschlag verbunden. Die 1. Mannschaft stieg wieder in die Kreisklasse ab.

1958 wurden auf dem Sportplatz am Todnitzsee die ersten 3 Scheinwerfer zur Beleuchtung des Übungsplatzes gesetzt, wodurch wesentlich verbesserte Trainingsbedingungen geschaffen wurden.

1962, nach 29-jähriger Nutzung mußte der Sportplatz am Todnitzsee überholt werden, da sich die Spielfläche in einem sehr schlechten Zustand befand. Für einen Ausweichplatz konnte das Gelände an der Bahn (heutiges Einkaufszentrum) als Pachtland durch den Fußballverein übernommen werden. Beim Bau dieses Sportplatzes halfen die Mitglieder und Anhänger des Vereins tatkräftig mit.

Dieser Sportplatz wurde für den Fußball in Bestensee zum wahren Glückstreffer, denn er war auf Grund seiner optimalen Lage ein Magnet, der die Zuschauer anzog. Auch die sportlichen Erfolge blieben nicht aus und die kommende Zeit wurde zu einer der erfolgreichsten unserer bisherigen Vereinsgeschichte.
  • 1961/62 Kreismeister

  • 1963/64 Kreismeister

  • 1964/65 Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse Potsdam

  • 1965/66 Bezirksklasse Potsdam

  • 1966/67 Bezirksklasse Potsdam

  • 1963/66/67 Gewinner des Gussow - Pokals

  • 1967/68 Bezirksmeister Staffel D Bezirksklasse Potsdam

  • 1969/70 Meister Bezirksklasse und Staffelsieger (ohne Aufstieg)

Insbesondere die nachfolgend aufgeführten Spieler bestimmten das gute sportliche Niveau in dieser Zeit in unserem Verein:

J. Creutzmann (Kapitän), P. Halupczok (Torwart), J. Schünke (Torwart), K.-H. Hochmut, B. Grail, H. Albrecht, B. Albrecht, J. Buschow, R. Domke, R. Staroske, W. Mahlow, S. Heuer, G. Schneider, H. Lützow, D. Helbig, L. Heide, G. Koßmann, W. Hillig, H.-J. Frank, H. Bohrloch, D. Schäfer und R. Nürnberger.

Mitte der sechziger Jahre entwickelten sich die Zusammenarbeit zwischen der ASG "Vorwärts" Königs Wusterhausen und der SV Union Bestensee. Initiatoren waren die Sportkameraden Winfried Hoffmann und Manfred Starick, nicht zuletzt wegen ihrer guten Arbeit mit den fußballinteressierten Kindern und Jugendlichen Bestensees. Im Ergebnis mehrerer gemeinsamer Beratungen von Funktionären der Sportgemeinschaft von Union Bestensee (A. Heinze, W. Kaup, W. Tillack, D. Zander) und der Armeesportgemeinschaft (J. Briese, W. Hoffman, F. Lehmann) erfolgte am 19. Juli 1968 die Eingliederung der SG Union Bestensee in die Armeesportgemeinschaft "Vorwärts" Königs Wusterhausen und die Bildung der Sektion Fußball "Vorwärts" Bestensee. Mit dieser Eingliederung begann eine neue Etappe des Bestenseer Fußballsport. Sportkamerad Briese wurde zum Vorsitzenden der Sektion Fußball gewählt. Unmittelbar nach dem Zusammenschluß begann eine Rekonstruktion des Sportgeländes am Todnitzsee, die im September 1970 abgeschlossen wurde. Während dieser „Generalüberholung“ wurden folgende Leistungen erbracht:
  • Neuerschließung des Sportplatzes am Todnitzsee, das Anlegen einer 400 m - Aschenbahn um den Rasenplatz und der Bau eines Kleinfeldplatzes zum Trainingsbetrieb.

  • Neubau eines Sportplatzgebäudes mit Umkleidekabinen, Innentoiletten, Wasch- bzw. Duschraum.

  • Installierung einer eigenen Wasserversorgungsanlage.

  • Einzäunung des gesamten Sportplatzgeländes.

Von diesem Zeitpunkt an mussten unsere Fußballer sich nicht mehr in der Gaststätte Dausel (ehemalige HO-Gaststätte am Bahnhof) umkleiden und nach dem Spiel mit kaltem Wasser auf dem Hof waschen.

Mit Beginn des Spieljahres 1968/69 nahmen 4 Nachwuchs- und 3 Männermannschaften sowie eine „Alte Herren“-Mannschaft am Wettkampfbetrieb des Fußballverbandes teil. Die erreichten Ergebnisse der einzelnen Mannschaften waren sehr unterschiedlich, doch entscheidend war, daß eine kontinuierliche und zielorientierte Arbeit vor allem mit den Kindern und Jugendlichen aus Bestensee geleistet wurde.

Als Folge der kontinuierlichen Arbeit im Männer-und Nachwuchsbereich resultierten nicht zuletzt die sportlichen Erfolge Ende der sechsziger bis Mitte der achtziger Jahre.


Ende der 60er Jahre
hinten v.l.n.r.: Purann, Kaup, Creutzmann, Guhn, Hochmuth, Tillack, Kruppe, Netack, Aulich, A. Heinze, Haska
vorne v.l.n.r.: Hundt, Minge, Heuer, Arndt, Heide, Blödorn jun., Heinze jun.



Ende der 60er Jahre
hinten v.l.n.r.: Briese, Bohrloch, Unruh, Heide, Beutler, Müller, ..?.., Creutzmann, Zschörner
vorne v.l.n.r.: Buschow, Heuer, Hennig, Weigelt, Tillack


Das Spieljahr 1972/73 wurde zu einem Höhepunkt in der Fußballgeschichte Bestensees. Alle Spieler der 1. Männermannschaft hatten sich mit ihrem Übungsleiter, dem Sportkamerad H. Klemm, das Ziel gestellt, in diesem Jahr den Aufstieg in die Bezirksliga zu erringen.

Großer Trainingsfleiß,kameradschaftliches Verhalten und dem festen Willen haben die Bestenseer Spielerpersönlichkeiten wie J. Creutzmann, K.-H. Hochmut, J. Buschow, L. Heide, S. Heuer, H. Bohrloch, als auch der Sportfreunde P. Halupczok, J. Schünke, W. Mahlow, D. Helbig, G. Koßmann u.a., die während ihres aktiven Wehrdienstes in Bestensee Fußball spielten, dieses Ziel bereits 4 Spieltage vor Abschluß der Meisterschaft erreicht. Insgesamt gab es an 28 Spieltagen in dieser Saison 19 Siege, 7 Unentschieden und 2 Niederlagen mit einem Torverhältnis von 58:21. Von den 58 Treffern erzielte der SK S. Heuer ("Stuckel") allein 17.

Ab dem Spieljahr 1974/75 erfolgte die Rückführung der Mehrzahl der Fußballgemeinschaften des damaligen KFA Königs Wusterhausen aus dem Bezirk Berlin in den Bezirk Potsdam. Unsere 1. Männermannschaft spielte fortan bis zum Abschluß des Spieljahres 1980/81 in der Bezirksliga Staffel Süd des Bezirkes Potsdam.
  • 1969/70 Meister Bezirksklasse Potsdam/Staffelsieger (kein Aufstieg, da Wechsel in die Bezirksklasse Berlin)

  • 1970/71 Bezirksklasse Berlin

  • 1971/72 Bezirksklasse Berlin

  • 1972/73 Bezirksklasse Berlin/Staffelsieger Staffel B (Aufstieg in die Bezirksliga Berlin)

  • 1973/74 4. Platz Bezirksliga Berlin

Im Zusammenhang mit dem Generationswechsel und dem Fehlen gleichwertiger Spielerpersönlichkeiten erfolgte 1981 der Abstieg in die Bezirksklasse, in der die Mannschaft bis zum Ende der Saison 1987/88 spielte. Zum Abstieg trug auch bei, dass immer weniger Spieler aus Bestensee in der 1. Mannschaft spielten, wodurch die Identifikation der Bestenseer mit ihrer Mannschaft verloren ging. Hinzu kam, dass der Verein im weniger materiell und finanziell durch die Armeesportgemeinschaft unterstützt wurde, wodurch die Trainings- und Wettkampfbedingungen zunehmend erschwert wurden.

Durch eine zielgerichtete Nachwuchsarbeit war es jedoch mölich, daß die Nachwuchsmannschaften in allen Altersklassen am Wettkampfbetrieb des KFA Fußball teilnahmen und in der Mehrzahl das Spielniveau in Ihren Staffeln mitbestimmten. Ein Höhepunkt in der Nachwuchsarbeit war Anfang der 70er Jahre die mehrjährige Zugehörigkeit der Junioren zur Bezirksklasse Berlin. Diese guten Ergebnisse im Nachwuchsbereich konnten nur erreicht werden, weil die Übungsleiter und Betreuer keine Mühen und Anstrengungen gescheut haben, im Interesse der Kinder und Jugendlichen ganzjährig das Training regelmäßig zu gestalten und ihnen die Möglichkeit gaben, am Wettkampfbetrieb des Fußballverbandes teilzunehmen. Hervorragenden Anteil an diese Ergebnisse haben die ehemaligen Vorsitzenden SK Likerski (1976 bis 1980) und SK R. Kuntzsch (1980 bis 1995) die mit mühevollen und großen persönlichen Einsatz in dieser Zeit die Geschicke des Vereins lenkten.

Die Sportkameraden W. Haßka, P.Zschörner, H. Bohrloch, P. Schultz, E. Forkel,.D. Zander, W. Schaffer, D. Balz, B. Blödorn, H.-J. König, H.-G. Buss, U. Hübner, O. Herz, R. Herold, H.-J. Buschow, und K. Kasperski waren es vor allem, die trotz der sich immer weiter verschlechterndenäußeren Bedingungen halfen, den Verein zusammenzuhalten und an gute Bestenseer Fußballtraditionen zu erinnern.

Mit der politischen Wende 1989/90 stand der Fußballverein vor einer neuen Situation.

Die Armeesportvereinigung „Vorwärts“ wurde aufgelöst, finanzielle und materielle Zuwendungen fielen völlig weg. Aber auch in dieser Situation wurde unter Leitung des damaligen Vereinsvorsitzenden, dem Sportkameraden und heutigen Ehrenmitglied des Vereins R. Kuntzsch alles unternommen, um das Überleben des Vereins zu sichern. Es galt, sich völlig neu zu orientieren und auf der Grundlage neuer gesetzlicher Bestimmungen zu handeln. Neben der Aufrechterhaltung des Spielbetriebs wurde es notwendig, sofort eine Vereinsgründung vorzunehmen, eine Satzung zu erstellen, den Verein im Vereinsregister anzumelden und die Gemeinnützigkeit zu beantragen.

Am 25.10.1990, fand die Gründungsversammlung in der Gaststätte "Am Bahnhof" in Bestensee unter Anwesenheit der Sportkameraden D. Balz, B. Blödorn, H. Bohrloch, D. Bredow, G. Fahnauer, R. Große, W. Haßka, D. Heinze, U. Hoffmann, H.-J. König, R. Kuntzsch, J. Wiemann, D. Wille und M. Wilmanowski. Zur Gründungsversammlung wurde die Vereinssatzung einstimmig angenommen, in der bestimmt ist, daß die Rechtsnachfolge der am 16.03.1919 gegründeten SG Union Bestensee angetreten wird. Der neugegründete Verein SV Grün/Weiß Union Bestensee e.V. wurde am 30.07.1991 in das Vereinsregister eingetragen und ihm wurde die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

Zum Zeitpunkt der Neugründung hatte der Verein ca. 100 Mitglieder und nahm mit 3 Männer- und 2 Nachwuchsmannschaften am Wettkampfgeschehen teil. Der jährliche Mitgliedsbeitrag betrug 50,- DM für Erwachsene und 30,- DM für Kinder.

Allerdings konnte das notwendige Jahresbudget für die Sicherstellung der Teilnahme an den Spielbetrieb, Bereitstellung von Sportgerät, Trikots, die Unterhaltung des Sportplatzgeländes und zur Sicherstellung des Vereinslebens nur mit der Hilfe von Sponsoren aufgebracht werden.

Die nach der Wende erfolgte Neustrukturierung der Kreisfußballverbände und die damit verbundenen neuen Klasseneinteilungen erforderten zur Qualifikation für die neu eingerichtete Kreisliga, daß im Spieljahr 1991/92 einer der ersten fünf Plätze in der Kreisklasse belegt werden mußte. Dieses Ziel wurde erreicht und ab der Saison 1992/93 spielte die 1. Mannschaft in der neu gegründeten Kreisliga, wo es unserer 1. Männerschaft auf Anhieb gelang, sich unter den ersten 5 Rängen zu plazieren. Lange Zeit sah es sogar nach einem 2. oder 3. Platz aus, aber während der letzten Spieltage zollte die Mannschaft der kräftezehrenden Saison und der dünnen Spielerdecke Tribut.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Situation im Nachwuchsbereich durch den Vorstand als unbefriedigend eingeschätzt. Die Vergangenheit hatte gezeigt, daß in diesem Bereich eine kontinuierliche Aufbauarbeit erforderlich ist, um ein Nachrücken in die Männermannschaften zu gewährleisten.

Ende 1992 fand satzungsgemäß die Mitgliederversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes statt. Es wurden die Sportkameraden R. Kuntzsch (Vorsitzender), G. Snoppek, J. Wiemann, H. Rothe, D. Heinze, D. Bredow, M. Blödorn, D. Wille, H. Bohrloch gewählt.

Da der Fußballverein seitens der Gemeinde noch keine Unterstützung zur Unterhaltung und zum Erhalt des Sportplatzes einschließlich der Nebeneinrichtungen erhielt, wurde es notwendig, die dafür erforderlichen finanziellen Mittel neben den Sponsorengeldern durch die Erhöhung der Jahresmitgliedsbeiträge auf 80,-DM bereitzustellen.

In der Saison 1993/94 erreichte die 1. Männermannschaft in der Kreisliga einen hervorragenden 2. Platz. Unter dem Übungsleiter H. Bohrloch spielten folgende Spieler in dieser Mannschaft:

Tor: D. Jänicke, K.-P. Beyer(AH), M. Hohenhaus

Verteidigung: A. Wilmanowski, M. Wilmanowski, U. Hoffmann, G. Ehmke, D. Bredow, D. Wille

Mittelfeld: D. Heinze, H. Rothe, St. Schmollack, St. Glass

Sturm: H. Flieger, G. Fahnauer, D. Kubitza, M. Blödorn, R. Kernbach

Als Spieler in der Reservemannschaft standen J. Zibulla, T. Carowicz, H. Wilmanowski, A. Bölke, S. Becker, U. Fischer, E. Fischer, F. Reuß, St. Zschörner, O. Knobel, K. Hille, M. Ernst, T. Jörke, R. Pfeffer, J. Kahl, R. Enderlein zur Verfügung.

Im Nachwuchsbereich erreichten im Spieljahr 1993/94 die Junioren A unter der Leitung von SK Kuntzsch einen 2. Platz und die Junioren D unter Leitung von SK D. Bredow einen guten Mittelfeldplatz innerhalb des Fußballkreises.

Im Jahr 1994 wurden die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Vereinsjubiläum am 19.06.1994 festlich begangen. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm wurde ein Fußballturnier durchgeführt, bei dem unsere Mannschaft den 1. Platz erringen konnte. Diese erfolgreiche Veranstaltung, welche durch fleißige Organisatoren, wie die SK’en Kunzsch, Bohrloch und Wiemann und unter Mitwirkung der Mitglieder und Freunde des Vereins vorbereitet wurde, bildete fortan den Auftakt für ein im Vereinsleben von Bestensee nicht mehr wegzudenkendes, jährlich im Juni stattfindendes Sommerfest. Bei der vom Fußballverein organisierten Feierlichkeit werden den Bürgern aus Bestensee und Umgebung sportliche, kulturelle und gesellige Höhepunkte angeboten.

In der Sommerpause 1994 fand ein erster Besuch der 1. Männermannschaft in der Partnergemeinde Havixbeck statt. Dieser Besuch wurde als Trainingslager, verbunden mit einem Freundschaftsspiel gegen Schwarz/Weiß Havixbeck zur Vorbereitung auf die Spielsaison 1994/95 genutzt.

Für das Spieljahr 1994/95 konnte die 1. Männermannschaft mit dem SK Alber (ehemaliger ukrainischer Staatsbürger) verstärkt werden. Sportkamerad D. Heinze amtierte seit diesem Spieljahr als Übungsleiter der 1. Mannschaft.

Zielstellung war das Erringen des Kreismeistertitels durch die 1. Manschaft und durch die Mannschaft der A – Junioren. Diese Zielstellung konnte durch die 1. Mannschaft erreicht werden, während die A - Junioren unter Leitung von SK G. Snoppek wiederum als Zweiter die Serie abschlossen. Alle anderen Mannschaften plazierten sich im Mittelfeld der Kreisklasse.

Auf Grund des Kreismeistertitels war unsere 1. Männermannschaft berechtigt, an den Qualifikationsspielen zum Aufstieg in die Landesklasse teilzunehmen. Diese Chance konnte leider nicht genutzt werden, da beide Aufstiegsspiele gegen Premnitz verloren wurden.

Im März 1995 fand wieder eine satzungsgemäße Mitgliederversammlung zur Neuwahl des Vorstandes statt. Für diese Vorstandswahlen stand der langjährige Vorsitzende unseres Vereins SK Kuntzsch aus beruflichen Gründen nicht mehr als Vorstandsmitglied zur Verfügung. In den neuen Vorstand wurden die Sportkameraden H. Schöttner (Vorsitzender), H. Bohrloch, J. Wiemann, M. Sperling, D. Bredow, W. Kernbach, D. Wille, M. Blödorn und B. Günzel gewählt.

Für das Spieljahr 1995/96 wurde der Männerbereich durch aufrückende Juniorenspieler ergänzt. Den Sprung in den Kader der 1. Mannschaft schafften die Sportkameraden K. Schneider und Kirko Brosinsky.

Die Reservemannschaft wurde durch Spieler des älteren Juniorenjahrgangs mit Sondergenehmigung ergänzt. Als Führungsspieler der Reservemannschaft wurden Sportkameraden aus der Mannschaft der „Alten Herren“ eingesetzt. Die bisher als Reserve spielende Mannschaft spielte nunmehr als 3. Männermannschaft des Vereins in der Kreisklasse.

Die Bildung dieser neuen Männermannschaft wurde notwendig, um aufrückenden Nachwuchsspielern Spielmöglichkeiten zu bieten und sie somit an den Verein zu binden. Klar war jedoch, dass die Personaldecke des Spielbetriebs für 3 Männermannschaften und einer „Alte Herren“ - Mannschaft sehr dünn war, zumal nicht eingeplante Spielerabgänge zu verzeichnen waren. Der Aufbau einer weiteren Herrenmannschaft war jedoch zukunftsorientiert unbedingt erforderlich, da dem Verein zunehmend neue Mitgliedern im Nachwuchsbereich beitraten. So konnten -außer den B – Junioren- Mannschaften in allen möglichen Nachwuchsklassen für den Spielbetrieb 1995/96 im Fußballkreis „Dahmeland“ gemeldet werden. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Bereitschaft der Sportkameraden B. Blödorn, St. Röhler und R. Enderlein, die sich als Übungsleiter/Betreuer für die 2. Männermannschaft bzw. im Nachwuchsbereich für diese ehrenamtliche Tätigkeit zur Verfügung stellten.

Die sportlichen Ziele für das Spieljahr 1995/96 bestanden für die 1. Mannschaft im Erringen des Kreismeistertitels und den Sprung über die Aufstiegsspiele in die Landesklasse zu schaffen. Alle anderen Mannschaften wollten um bestmögliche Tabellenplätze in ihren Klassen zu kämpfen, um die Attraktivität unseres Vereins weiter zu verbessern.

Im Rahmen von Instandhaltungsmaßnahmen auf dem Sportplatzgelände wurden in den letzten Jahren durch Bereitstellung finanzieller Mittel seitens der Gemeinde, mit Unterstützung der Sponsoren sowie durch Arbeitsleistungen unserer Mitglieder folgende Erhaltungsmaßnahmen am Sportplatzgelände Todnitzsee durchgeführt werden:
  • neue Flutlichtanlage für den Kleinfeldplatz

  • Sanierung des Toilettentraktes

  • Sanierung der Warmwasseranlage

  • Sanierung Fußboden Vereinsraum

  • Verbesserung Sicherheit durch Einbau von teilweise neuen Türen und separaten diversen Abstellbereichen

  • Erneuerung Einfriedung des Geländes zu 50%

  • Schaffung des Anschlusses an das zentrale Trinkwassernetz

  • Sanierung der Rasenplatzberieselungsanlage

Der Grund für den immer noch anhaltenden Zulauf im Nachwuchsbereich hat verschiedene Namen. Dem persönlichen Engagement der Übungsleiter im Nachwuchsbereich, die Sportkameraden M. Blödorn, D. Bredow (Leiter Nachwuchsbereich), S. Schloddarick, P. Otto, S. Röhler und R. Enderlein. Ihnen ist es zu verdanken, daß alle fußballbegeisterten Jugendlichen in einer der 6 Juniorenmannschaften am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen können. Das Spieljahr 1998/99 konnte mit insgesamt 96 Junioren –das waren ca. 50 % der Vereinsmitglieder– begonnen werden.

Erste Früchte der seit Mitte der 90‘iger Jahre verbesserten Nachwuchsarbeit konnten schon geerntet werden. Beispiele dafür sind die SK’en R. Kernbach, R. Pfeffer, St. Glas, K. Schneider, St. Kuhlke, K. Brosinsky, P. Schneider und N. Ilte, die neben S. Grigorios, A. Wilmanowski, D. Jänicke, I.-M. Müller, H. Rothe, und H. Flieger im Spieljahr 1998/99 unter Leitung des neuen Übungsleiters H.-D. (Horsi) Schneider als Stammspieler für die 1. Männermannschaft zur Verfügung standen. Weitere „bodenständige“ Nachwuchsspieler wurden in die Planungen für das neue Spieljahr 1999/2000 und zukünftig seitens des Übungsleiters einbezogen, mit dem Ziel, an gute alte Bestenseer Fußballtraditionen anzuknüpfen.

Die bisherigen Vorsitzenden des Fußballvereins

16.03.1919 bis 1921 - SK W. Göllmitz
1921 bis 1928 - SK F. Wende
1928 bis 1933 - SK M. Hellmann
1933 bis 1942 - SK W. Eschler
1942 bis 1945 - kein Spielbetrieb und Vereinsleben
1945 bis 1946 - SK O. Mühle
1946 bis 1948 - SK W. Eschler
1948 bis 1968 - SK W. Tillak
1968 bis 1976 - SK J. Briese
1976 bis 1980 - SK L. Likerski
1980 bis 1995 - SK R. Kuntzsch
1995 bis 1999 - SK H. Schöttner
seit 1999 SK G. Radlbeck


1. Männermannschaft Spielsaison 1998/99
hinten v.l.n.r.: Stefan Glaß, Patrick Schneider, Kirko Brosinski, Ronny Pfeffer, Grigorios Stefanis, Hannes Rothe, Dieter (Horsi) Schneider- Trainer
vorne v.l.n.r.: Bernd Cuerten, Andreas Wilmanowski, Dirk Jänicke, Rico Kernbach, Kevin Schneider, Nils Ilte



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90 Jahre SV Union Bestensee 1919-2009 90 Jahre SV Union Bestensee 1919-2009 Hinweis
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